Aus der Gemeindechronik

Wie alles begann

Die Neuapostolische Kirche entwickelte sich ab dem Jahre 1895 auch im Raum Dresden.
1902 wurde in der Böhmischen Str. 37 in Dresden-Neustadt eine große Kirche gebaut. Die Gemeindemitglieder aus Coswig, Weinböhla und Radebeul fuhren zu den Gottesdiensten nach Dresden.
Zu Beginn der 30er Jahre wurde eine Zweiggemeinde in Dresden-Trachau gegründet.
Zwischen 1944 und 1949 kamen viele neuapostolische Christen aus ihren Heimatgebieten im Osten Deutschlands nach Mitteldeutschland u.a. auch nach Radebeul und Umgebung.
Ab 1947 wurden in Radebeul eigene Gottesdienste durchgeführt. Es wurde ein Chor gebildet und Kindergottesdienste durch die Schwester Künnecke durchgeführt.
Am 16. November 1947 empfing Theodor Künnecke das Amt des Unterdiakons. Damit hatte die damals junge Gemeinde Radebeul ihren ersten Amtsträger. Der Friseurmeister Künnecke hat den Aufbau und die Entwicklung der Gemeinde Radebeul wesentlich geprägt.
Ab dem 14. Dezember 1947 wurden die Gottesdienste in einem Vereinsraum der Gaststätte „Goldener Anker“, Altkötzschenbroda 61, durchgeführt. 
Wenn der Raum durch andere Veranstaltungen belegt war, fanden die Gottesdienste auf dem Dachboden im Haus von Theodor Künnecke, auf dem Heckenweg 7, statt.

Am 24. Juli 1949 wurde die Versammlungsstätte auf der Thalheimstr. 15 durch den Bezirksältesten Rudert geweiht. In einer ehemaligen Tischlerei wurde mit eigenen Mitteln und Kräften ein Kirchenraum hergerichtet. 
Eine steile Holztreppe führte in den Versammlungsraum in der obersten Etage. Über 650 Stunden wendeten die Geschwister auf, um einen würdigen Kirchenraum zu schaffen.
Hier wurde die erste neuapostolische Taufe in Radebeul an den Zwillingen Andreas und Dieter Loeffler vollzogen.
Am 1. Januar 1950 wurde die Neuapostolische Kirche Radebeul selbständig. Priester Theodor Künnecke wurde am 23. April 1950 der erste Vorsteher.
Die Gemeinde wuchs stetig weiter. Von 1949 bis 1956 wurden 41 Mitglieder versiegelt und 18 Zuzüge registriert.

Der Kirchenbau

Die Versammlungsstätte Thalheimstr. 15 wurde inzwischen zu klein, sodass ein Baugrundstück gesucht wurde.
1954 erfolgte der Kauf des Grundstücks Stalinstr. 165 (jetzt Meißner Str.).
Nach Plänen des Radebeuler Architekten Hillig und unter der Bauaufsicht des Bezirksevangelisten Hauck (Plauen) entstand das neue Kirchengebäude, welches sich dem Äußeren nach bis heute nicht wesentlich verändert hat.
Am 12. November 1955 erfolgte die Grundsteinlegung. Der eigentliche Bau begann am 12. Januar 1956. Die Kirche wurde größtenteils in Eigenleistung der Mitglieder erbaut. Zuletzt standen mehr als 8000 Arbeitsstunden an.


Am 11. November 1956 erfolgte die feierliche Weihe der damals noch unverputzten Kirche durch Bezirksapostel Bruno Rockstroh. 
Anwesend waren neben den Gemeindemitgliedern auch die Handwerker der einzelnen Gewerke.

In den Folgejahren wurden folgende weitere Baumaßnahmen an der Kirche durchgeführt:
1962 Fahrweg, Beleuchtung, Toiletten. 1968 Renovierung der Kirche, neue Bänke, Orgelpositiv (Firma Böhm, Gotha) 1969 neuer Altar auf Podest, Parkett 1972 neue Beleuchtung, neue Türen mit  Bleiverglasung. 1973 Einbau einer Lautsprecheranlage. 1974 Orgelneubau im rückwärtigen Teil der  Kirche, mit Orgelkammer durch die  Firma Böhm aus Gotha, 1979 Um- und Ausbau der Sakristei,  Einbau einer Kassettendecke 1982 Generalreparatur der Warmluftheizung 1986 Erneuerung der Wasserleitung. 
Innerhalb von nur 3 Tagen haben 22 Jugendlichen aus dem Kirchenbezirk Dresden insgesamt 90 m Schacht- und Verlegearbeiten in Eigenleistung ausgeführt
Die Neuapostolische Kirche erhält 1989 von der Stadt Radebeul eine Urkunde für die schöne Gestaltung und Pflege des Gartens.

Die weitere Entwicklung

Im Herbst 1991 beginnt die Missionsarbeit in Russland. Es erfolgt die erste Reise Radebeuler Amtsbrüder nach St. Petersburg und Welikije Luki.
Die Kirchgemeinde Weinböhla wird 1991 in die Kirchgemeinde Radebeul integriert.
Das Kirchengebäude erhält 1993 eine neue Heizungsanlage auf Erdgasbasis. Die Missionsarbeit in der Slowakei beginnt.
Von Februar bis Ende Mai 1994 erfolgen der Umbau- und die Sanierung des Kirchengebäudes im Außenbereich. Das Dach wird erneuert, ein neues WC eingebaut, eine neue Sakristei errichtet und die Garderobe wird neugestaltet.
Im Jahr 1995 erfolgt die Sanierung im Innenbereich. Es wird eine neue Beleuchtung, ein neuer Fußboden und die Orgel eingebaut. Der Chor der Neuapostolischen Kirche aus Welikije Luki besucht die Gemeinde Radebeul.
Am 20. November 1997 ging Evangelisten i.R. Theodor Künnecke im Alter von 81 Jahren heim. Er war 30 Jahre lang Vorsteher der Gemeinde Radebeul. 
Im November 1998 fand eine Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes in unserer Kirche statt.
1999 erfolgte die Umgestaltung des Außenbereiches um die Kirche. Es wurden befestigte Parkflächen und ein neuer Fußweg vom Seitenweg her angelegt. Die ehemalige Bauwerkstatt zu einer kircheneigenen Orgelwerkstatt umgebaut. Der vordere Teil des Grundstückes wurde als Bauland verkauft. Damit änderte sich die Hausnummer in die 165b und der Eingang war nun vom Seitenweg aus.
Am 1. März 2000 wird die Neuapostolische Kirche in Dresden-Klotzsche geschlossen und die Gemeinde mit 154 Geschwistern in die Gemeinde Radebeul integriert.

Im November 2000 wird eine Satellitenempfangsanlage montiert. Damit ist es möglich, zentrale und internationale Gottesdienste in Bild und Ton zu empfangen.
Die Materiallagerräume auf dem Kirchengrundstück werden 2001 zu einem Mehrzweckraum umgestaltet. Damit können Kinderunterrichte und andere Zusammenkünfte außerhalb des Kirchenraumes durchgeführt werden.
Im Juli 2004 erhält die Kirche einen neuen Altar. 
Im Jahre 2005 erscheint das „Radebeuler Stadtlexikon“. Die Neuapostolische Kirche und Theodor Künnecke werden in diesem Stadtlexikon aufgeführt.
Aufgrund des Zuwachses in der Gemeinde wird im April 2006 die Böhm-Pfeifenorgel ausgebaut und die Orgelkammer zu einem Mutter/Kind-Raum umgebaut. Die Kirche erhält eine elektronische Orgel die weniger Platz benötigt.
Am 11. November 2006 fand anlässlich des 50. Jahrestages der Kirchweihe ein Tag der offenen Tür, ein festliches Konzert und ein Festgottesdienst mit Bischof Hoffmann statt.

Geschehnisse seit 2007

Ab November 2007 war es nicht möglich, die Gottesdienste in der Radebeuler Kirche durchzuführen. Die Gemeinde wich auf umliegende Gemeinden aus, mittwochabends kam sie in der Kirche in Cossebaude zusammen.
Die Freie evangelische Gemeinde Radebeul ermöglichte uns im Januar 2008, ihre Räumlichkeiten regelmäßig für Gottesdienste zu nutzen. Diese freundliche Aufnahme endete am 24. Februar 2008, als wir unsere Kirche wieder beziehen konnten. Im Mai des Jahres wurden Umbauarbeiten im Obergeschoss fertiggestellt. Seither befinden sich dort eine Küche, ein Raum für Kinderunterrichte sowie die Sakristei und ein Arbeitszimmer.
Am 28. Februar 2010 jährte sich die Zusammenführung der Gemeinden Dresden-Klotzsche und Radebeul zum zehnten Mal. Dies war Anlass für eine kurze Rückschau im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst.
Im Juli 2012 erhielt die Gemeinde eine neue digitale Sakralorgel vom Typ „Gloria Klassik 350“, die seither nicht nur den Gemeindegesang umrahmt.
Im Februar 2015 brach die Wandergruppe zu ihrer mittlerweile 100. Wanderung auf.
Zum Ende des Jahres wurde die Betreuung der Mission in der Slowakei der Gebietskirche Österreich übertragen. 
Nach 23 Jahren fand am 19. Dezember 2015 die letzte Missionsreise statt. Die Jugend aus Radebeul und Radeberg feierten zusammen mit den Geschwistern aus Bratislava eine Weihnachtsfeier und am Sonntag einen sehr bewegenden Gottesdienst.
Anlässlich des 60. Jahrestages der Kirchweihe fand Ende Oktober 2016 ein Festwochenende in der Radebeuler Kirche statt.